18.11.2000 Bund - Hilfe übers gggfon

Hilfe übers GGG-fon

Münchenbuchsee / Ab Montag steht Personen, die Fragen oder Sorgen in Bezug auf Gewalt und Rassismus plagen, das von Fachleuten besetzte «GGG-fon» offen. rss. «GGG Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus»: So heisst das ab Montag laufende Projekt der Gemeinde Münchenbuchsee, mit dem die Behörde der Gewaltproblematik, dem Rechtsradikalismus und Rassismus in und um Münchenbuchsee begegnen will. «GGG», das ist in erster Linie das «GGG-fon», eine telefonische Informations- und Beratungsstelle.

Die Nummer (031) 331 80 72 ist jeweils am Montag von 17.30 bis 19.30 Uhr und am Samstag von 16 bis 18 Uhr besetzt. Während der übrigen Zeit steht ein Telefonbeantworter zur Verfügung - gemäss Projektleiter Giorgio Andreoli, freischaffender Jugend- und Gemeinwesenarbeiter, werden die Anrufe möglichst innerhalb von 24 Stunden beantwortet. Im gleichen Zeitraum sollen auch Leute ihre Antwort erhalten, die ihre Anliegen per E-Mail formulieren. (gggfon@freesurf.ch).

Für Betroffene und Umfeld
Das «GGG-fon» steht, so sagte Gemeinderat Walter Züst gestern vor der Presse, allen offen. Gedacht ist es vor allem für jene, die von Gewalt oder Rassismus direkt betroffen sind, aber aus irgendeinem Grund nicht mit der Polizei Kontakt aufnehmen möchten. Doch auch Personen, die nur indirekt mit Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus in Berührung gekommen sind, können sich ans «GGG-fon» wenden. Züst: «Wir können uns auch vorstellen, dass Eltern oder Lehrer mit uns Kontakt aufnehmen.» Besetzt ist die Hotline, so Andreoli, von vier Fachleuten aus dem Sozialbereich - aus Sicherheitsgründen werden weder der Arbeitsort des «GGG»-Teams noch die Namen der Beteiligten genannt. Ebenfalls anonym bleiben die Anruferinnen und Anrufer: Zwar werden von den Telefongesprächen und Mail-Kontakten Kurzprotokolle aufgenommen, Namen müssen aber nicht genannt werden.

Später VRB-Projekt?
Vorerst soll das «GGG»-Projekt drei Monate laufen. Gemäss Gemeindepräsident Walter Bandi wird die Hotline, falls sie gut benützt wird, aber länger aufrechterhalten. Und sollte sich herausstellen, dass sich viele Anrufe auf Probleme ausserhalb Münchenbuchsees beziehen, schliesst Bandi eine Weiterführung des «GGG-fons» als Projekt des Vereins Region Bern (VRB) nicht aus.