30.09.2003 BZ - gggfon - verlängert und erweitert

Der Verein Region Bern will die Beratungs- und Informationsstelle gggfon bis 2006 weiterführen und ausbauen.
Wolf Röcken

Gewalttätige Übergriffe, Pöbeleien oder rassistische Sprüche: In der Region Bern gibt es seit 2002 eine Melde- und Anlaufstelle für solche und ähnliche Vorfälle. Das gggfon, das «Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus-Fon», versteht sich als Beratungs- und Informationsstelle zum Thema Gewalt und Rassismus.

«Die Fachstelle entspricht einem klaren Bedürfnis», sagt Isabelle Meyer, Geschäftsführerin des VRB. Zur Halbzeit hat sich der Vorstand des VRB deshalb entschieden, das Projekt auf insgesamt fünf Jahre zu erweitern. Für eine ganzheitliche Bewertung und langfristige Erkenntnisse mache eine Verlängerung Sinn, so Meyer. Der VRB-Vorstand hat deshalb einstimmig beschlossen, den Gemeinden eine Weiterführung zu empfehlen. Das gggfon wurde 2002 als dreijähriges Pilotprojekt gestartet. Nun liegt den Gemeinden ein Leistungsvertrag für die Jahre 2004-2006 vor. Bis am 12. November müssen sie entscheiden, ob sie ihn unterschreiben wollen. Der Vertrag ist in Zusammenarbeit mit dem Auftragnehmer entstanden - dem Verein für soziale und kulturelle Arbeit der Stadt Bern (Juko). Rahmen und Inhalte bleiben wie bisher, sagt Isabelle Meyer, «es geht darum, die Aufgaben vertraglich festzuhalten». Die Vereinbarung über drei Jahre vereinfache zudem die Finanzierung für die Mitgliedsgemeinden. «Bisher budgetierten und zahlten sie jährlich. Nun geht es um einen einmaligen Beitrag», sagt Isabelle Meyer.

Gestützt von 25 Gemeinden Das Projekt gggfon war im November 2000 auf lokaler Ebene in Münchenbuchsee lanciert worden. Im Februar 2002 startete das regionale gggfon im Auftrag des Vereins Region Bern (VRB) und 25 Gemeinden. Zurzeit unterstützen 24 VRB-Gemeinden sowie Schüpfen das gggfon finanziell. Die Gemeinden zahlen 15 Rappen jährlich pro Einwohner, 10 000 Franken leistet der VRB als Sockelbetrag. Daraus ergibt sich das Jahresbudget von 56 000 Franken. Mitgliedsgemeinden können auf Dienstleistungen sowie Information und Beratung zurückgreifen. Kontakte aus diesem Bereich haben laut der Statistik des gggfon zugenommen: Die meisten Meldungen, beziehungsweise Anfragen, kamen im ersten Halbjahr 2003 aus dem Sozial- und Bildungsbereich.

Auch Burgdorf dabei?
Die Anzahl Mitgliedsgemeinden für das gggfon soll bald erweitert werden, sagt Geschäftsführerin Meyer. Kontaktiert wurden etwa die Regionen Seeland/Lyss sowie Burgdorf. Eine Erweiterung mache Sinn, denn in den meisten gemeldeten Fällen gehe es nicht um rein lokale Anliegen, so Meyer. Die Statistik stützt dies: Von 78 Kontakten in der ersten Hälfte 2003 stammten 38 aus Gemeinden des Vereins Region Bern, je 14 aus dem übrigen Kanton und der ganzen Schweiz. Bei 12 Anrufenden war der Wohnort unbekannt.

Telefonisch ist das gggfon montags und mittwochs von 16.30 bis 18.30 Uhr unter 031 333 33 40 erreichbar. Sonst ist der Anrufbeantworter eingeschaltet. E-Mail: melde@gggfon.ch. Infos im Internet: www.gggfon.ch