07.05.2009 BZ - Rassistische Einlasskontrollen bei Bars: ERK veröffentlicht Merkblatt

Rassistische Einlasskontrolle bei Bars - ERK veröffentlicht Merkblatt

 

Der Zutritt zu Discos, Bars, Dancings oder Cabarets darf nicht wegen der Hautfarbe, der ethnischen Herkunft oder Religionszugehörigkeit verweigert werden.

Ein Merkblatt soll Klarheit schaffen, was Wirte dürfen und was nicht.

 

Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) hat dazu ein Merkblatt verfasst. Zusammengefasst sind die Empfehlungen im Merkblatt «Achtung! Einlassverweigerung», das in Zusammenarbeit mit Stadt Bern und gggfon (Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus) herausgegeben wurde.

Rassistische Diskriminierungen am Disco-Eingang seien nicht tolerierbar, sagte EKR-Präsident Georg Kreis am Donnerstag vor den Medien in Bern. Bei den Freizeitvergnügungen dürften nicht Personen allein wegen ihrer Herkunft oder wegen ihres Aufenthaltsstatus ausgesperrt werden.

Die EKR hat ihr Merkblatt, das den Gastrobetrieben Hilfe für korrektes Verhalten bieten will, zusammen mit dem Gemeinderat der Stadt Bern (Polizeidirektor Reto Nause) und der Organisation gggfon (Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus) erarbeitet. Der Leitfaden wird vorerst mit einer Auflage von 3000 Exemplaren gestreut.

Ausnahmeregelung bei notorischen Störefrieden

Gemäss den Richtlinien der EKR ist die Zutrittsverweigerung nur bei notorischen Störefrieden zulässig. Die Betriebe hätten durchaus das Recht, eine Gästeselektion vorzunehmen und Besucherinnen und Besuchern den Einlass zu verweigern. Dabei dürfe aber das Diskriminierungsverbot nicht verletzt werden. Gefragt sei eine Einzelfallbeurteilung, sagte Kreis.

Laut EKR ist die Einlassverweigerung für Personen auf Grund der Hautfarbe, Herkunft, Religionszugehörigkeit, des asyl- oder ausländerrechtlichen Status oder einer Behinderung unzulässig. Der Discobetreiber habe indes das Recht, für eine gute Geschlechterdurchmischung zu sorgen und Frauen- oder Männerabende durchzuführen. (rue/sda)

Erstellt: 07.05.2009, 16:13 Uhr