Newsletter Juni 2005

Das gggfon ist die Informations- und Beratungsstelle der Regionen Bern und Burgdorf zum Thema Gewalt und Rassismus.  Mit dem Newsletter informiert das gggfon über seine aktuellen Projekte und Tätigkeitsschwerpunkte.

"Berner Erklärung" - Respekt anstelle von Gewalt
Mit einer Pressekonferenz am 9. Mai wurde die Kampagne "Berner Erklärung" offiziell gestartet. Die Idee der "Berner Erklärung" entstand anlässlich der letztjährigen Tagung "Gewalt und Diskriminierung im öffentlichen Raum" der Sozialkommission des Verein Region Bern. Im Anschluss an die Tagung hat sich eine Projektgruppe, zusammengesetzt  aus Gemeindevertreterinnen und -vertreter  der Regionen Bern und Burgdorf, dem Verein Region Bern und dem gggfon formiert. Der vom Schriftsteller Lukas Hartmann verfasste Text der "Berner Erklärung" wurde unter Mitwirkung der Projektgruppe sowie vieler anderer Erwachsenen und Jugendlichen weiterentwickelt.  Als Ergänzung zum Text erarbeitete die Projektgruppe einen "Werkzeugkasten", welcher verschiedene Vorschläge und Ideen enthält, wie in den Gemeinden mit der "Berner Erklärung" gearbeitet werden könnte.
- Text Berner Erklärung
- Werkzeugkasten

Das Ziel der Kampagne ist es, eine Diskussion über den gemeinsamen Umgang anzuregen -  insbesondere auch über den öffentlichen Raum, in dem unterschiedlichste Bedürfnisse und Interessen aufeinander treffen. In vielen Gemeinden haben bereits Aktionen und Veranstaltungen zur "Berner Erkärung" stattgefunden oder sind noch in Planung. Zur Zeit werden diese Aktivitäten gesammelt und auf der Homepage des gggfon und des Verein Region Bern publiziert.

Nach wie vor kann beim gggfon Material zur "Berner Erklärung" bestellt werden: Plakate, Postkarten, Faltprospekte etc.; Preise auf Anfrage. Bestellungen per E-Mail

Das gggfon hat die Möglichkeit erhalten, in der Galerie 67 während den Monaten Juni und Juli das Informationsmaterial zum Thema Gewalt und Rassismus auszustellen und dabei einzelne Projekte näher vorzustellen. Wir danken dem Galeristen Heinz Hostettler für seine Bereitschaft, die Galerie 67 für einmal mit Worten statt mit Bildern zu schmücken! Interessierte sind gerne eingeladen, in der Galerie 67 einen visuellen Eindruck unserer Arbeit einzufangen: Galerie 67, Belpstrasse 67, Eigerplatz, Bern.

"Stopp Rassismus Kiosk"
Der "Stopp Rassismus Kiosk" ist nach wie vor in der ganzen Schweiz unterwegs. Der künstlerisch gestaltete Anhänger-Wagen ist ein Projekt für alle, die auf kreative Weise Passantinnen und Passanten auf die Thematik Rassismus und Menschenwürde aufmerksam machen wollen. Mit der kleinen Bar und dem umfangreichen Informationsmaterial eignet sich der "Stopp Rassismus Kiosk" bestens zur  Durchführung von Aktionen.  Unterstützung zur Planung und Realisierung solcher Aktionen bieten einerseits das mit vielen Informationen und Anregungen versehene Handbuch,  sowie andererseits die Mitarbeitenden des gggfon, welche gerne mit Tipps und Tricks zur Seite stehen.

Shop
Neu hat es auf der Homepage des gggfon einen Shop mit Artikeln rund um das Thema Gewalt und Rassismus. Am besten gleich selber nachsehen: Shop

Beratung und Intervention auch ausserhalb der Trägergemeinden
Immer wieder erhält das gggfon Anfragen und Meldungen von Gemeinden, welche ausserhalb der Regionen Bern und Burgdorf liegen.  Das gggfon war bestrebt, solche Anfragen nach einer  ersten Beratungsphase abzuschliessen oder weiterzuleiten. Dies war aber nicht immer möglich. Um in Zukunft solche Anfragen nachhaltig angehen zu können, wurde beim Eidgenössischen Fonds "Für Menschenrechte gegen Rassismus" ein Beitragsgesuch eingereicht.

Das Departement des Innern hat dem Gesuch entsprochen. In seiner Begründung steht:
"Das gggfon bietet Gemeinden professionelle Beratung im Umgang mit Gewalt und Rassismus an. Es unterstützt bei der Prävention, beim Thematisieren und Angehen der Thematik und einer allfälligen Konfliktbewältigung. Die weite Vernetzung und die breite Trägerschaft sichern dem Vorhaben eine langwährende Wirksamkeit. Die grosse Medienaufmerksamkeit, die das gggfon Zustande bringt, ermöglicht immer wieder, die zentralen Anliegen des Fonds, einem breiten Publikum bekannt zu machen. Eine gezielte Unterstützung einzelner Aktionen in interessierten Gemeinden erlaubt eine Erweiterung und damit die Festigung des Angebots."

Rückblick
Das gggfon-Team blickt auf ein intensives Jahr 2004 zurück: Die Anzahl der Meldungen und Anfragen, die im Jahr 2004 beim gggfon eingegangen sind, ist im Vergleich zum Jahr 2003 um rund einen Drittel höher ausgefallen. So kam es zu 246 Erstkontakten. Darin enthalten waren 88 Meldungen über diskriminiernde oder rassistische Vorfälle, 92 Anfragen zum Projekt gggfon und 75 Fachauskünfte und Beratungen. Detailliertere Aufschlüsselung im
Tätigkeitsbericht 2004: download als PDF

Das Interesse am Projekt und seinen Dienstleistungen ist also nach wie vor gross. Im vergangenen Jahr war das gggfon mehrmals in Schulklassen engagiert, führte Workshops durch und leitete die Projektwoche eines Oberstufenzentrums mit. Im November 2004 gewann die Spurgruppe – die Jugendgruppe des gggfon – einen Drittel des Sozialpreises der Stadt Bern. Seit dem Frühling 2005 ist die Trägerschaft des gggfons um zwei Gemeinden (Münsingen / Münchringen) gewachsen. Somit unterstützen heute 42 Gemeinden der Regionen Bern und Burgdorf das Engagement gegen Gewalt und Rassismus.

Haben Sie eine Frage zum Thema Gewalt und Rassismus? Wünschen Sie eine Beratung? Möchten Sie eine Beobachtung melden? Suchen Sie Literatur, Filme oder Videos zum Thema? Möchten Sie nähere Informationen zu einem der Projekte? Möchten Sie eine Veranstaltung, einen Workshop oder ein Projekt zum Thema initiieren? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf:  031 333 33 40  melde@gggfon.ch, www.gggfon.ch.



FÜR MENSCHENWÜRDE - GEGEN GEWALT UND RASSISMUS