15.08.2002 Grauholz Post - gggfon stösst auf reges Bedürfnis

Seit dem 1. Februar gehen die Berner Regions-gemeinden mit einem Pilotprojekt "gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus" ("gggfon") vor. Die Ankaufstelle zu Fragen über Gewalt und Rassismus wurde in den ersten sechs Monaten rege angegangen. Immer wieder gehen Meldungen ein, werden Beratungen und Gespräche geführt, wird Material verschickt, mit Behörden zusammengearbeitet oder es werden Interviews und Vorträge gegeben.


Das Projekt "gggfon" wurde vor anderthalb Jahren in. Münchenbuchsee aufgrund der zunehmenden Vorfälle und Übergriffe rund um den Bahnhof als Präventionsmassnahme und Anlaufstelle vom Gemeinderat initiiert. Anfang Jahr dann wurde das Projekt der guten Erfahrungen wegen in Münchenbuchsee auf die ganze Region Bern ausgeweitet. "Da die Skinhead-Szene sehr mobil sei, mache eine Regionalisierung Sinn" betonte Gemeinderat Walter Züst aus Münchenbuchsee damals gegenüber dem "Bund". Bis auf die Gemeinden Köniz und Bäriswil machen alle Gemeinden des Vereins Region Bern (VRB) beim Projekt mit. Daneben interessieren sich Lyss und Burgdorf im Weiteren für eine Mitarbeit beim "gggfon". In der Bevölkerung scheint es ein echtes Bedürfnis nach einer Anlaufstelle in der Art des "gggfon" zu geben - inzwischen wird bereits konkret über eine Ausweitung auf weitere Regionen im Kanton diskutiert. "Noch ist aber nichts entschieden" wie Giorgio Andreoli von der Projektleitung "gggfon" dazu sagt. "Wir werden von den verschiedensten Leuten angegangen. Darunter sind Behörden ebenso wie ihre Bürger. Eltern fragen beim "gggfon" z.B. nach Rat, wenn sie ihre Kinder in der rechten Szene vermuten oder das Team vom "gggfon" hilft bei Abklärungen nach Übergriffen. Mit weiterer Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärungsarbeit, Projekten wie "Street-Basket at night" und einer "Spurgruppe", welche das Projekt kritisch begleiten und hinterfragen soll wird das Projekt bis mindestens Ende Jahr weitergeführt, laufend verbessert und den Bedürfnissen angepasst. Voraussichtlich wird es danach weitergeführt und später institutionalisiert werden. Ein weiteres neues Projekt ist die Zusammenarbeit mit "Halb-Zeit", einem YB-Fan-Club, bei dem eigene Portemonnaie-Flyers hergestellt wurden und nun im Stadion verteilt werden. Andreoli wertet vor allem die Werbeaktionen mit den gelben Plakaten in den öffentlichen Verkehrsmitteln als ein grossen Erfolg.