08.06.2009 Bund - Zerkratzte Scheiben und kaputte Sitzeus

Zerkratzte Scheiben und kaputte Sitze

 

Corinne Leuenberger

 

Drei Plakate wurden am Freitag in der Busgarage am Eigerplatz prämiert – eine Aktion gegen Sachbeschädigung.

«Ich bin erstaunt: Die Jugendlichen haben sich richtig Mühe gegeben», sagt Urs Würgler von Bern Mobil und zeigt auf eines der rund 50 Plakate, die im Ausstellungsbus aufgehängt sind. Zum zweiten Mal organisiert die Projektgruppe «No more rumore» einen Wettbewerb, der Schüler der Oberstufe anregen soll, sich mit dem Thema Vandalismus zu beschäftigen. Das Projekt wird von Bern Mobil, Kantonspolizei, dem Verein National Coalition Building Institute und gggfon (Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus) und den Schulen der Stadt Bern getragen.

Plakate gegen Vandalismus
19 Klassen haben bei der Preisausschreibung mitgemacht. Die Schüler sollen ihre Meinung zu Sachbeschädigung und Vandalismus kreativ auf Papier bringen, so steht es in der Informationsmappe, die für die interessierten Lehrkräfte bestimmt ist. Dass damit vor allem Beiträge gemeint sind, die sich gegen Verwüstungen aussprechen, wird an der Prämierung deutlich: Es sei schade, dass einige Plakate Sachbeschädigung und die damit verbundene Gewalt eher positiv darstellten, sagt Würgler bei der Ansprache vor den Schülerinnen und Schüler. Die Botschaft vom Gewinnerplakat der Klasse 8a vom Schulhaus Manuel ist eindeutig: Es zeigt eine bunte Collage; der Vandalismus wird nicht beschönigt.

Teure Reparaturen
«Pro Jahr kosten uns Sachbeschädigungen an die 100000 Franken», sagt Würgler, besonders zerkratzte Scheiben und aufgeschnittene Sitze schlügen aufs Budget. Laut Stefan Krebs von der Kantonspolizei sind rund 40 Prozent der Täter Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Damit sei die Mehrzahl der Täterinnen und Täter schon erwachsen, meint Annegret Hewlett von Bern Mobil, «Die Prävention in den Klassen der Oberstufe ist aber eine gute Möglichkeit, die jungen Leute überhaupt zu erreichen.»

Die Idee, bei dem Wettbewerb mitzumachen, habe ihren Schülern zuerst gar nicht gefallen, meint eine Lehrerin aus dem Wankdorf. «Wir kämpfen auch bei uns an der Schule mit Sachbeschädigung.» Ein Plakat zu diesem Thema zu gestalten sei als «uncool» erschienen, sagt sie, erst mit der Zeit hätten sich die Jugendlichen begeistern lassen. Die Schüler begutachten derweil die Plakate und machen sich über den Apéro her. «Ich mag den Wettbewerb», meint einer, «wir konnten das Plakat anstelle des normalen Unterrichts machen.»