Newsletter Mai 2002

«Mit einer breiten Palette an Massnahmen setzt sich das «gggfon» gegen Rassismus und Gewalt und für Menschenwürde und Toleranz ein. Die Projektträger verstehen es, sowohl auf die spezifischen Bedürfnisse der Jugendlichen einzugehen, wie die zuständigen Behörden von der Notwendigkeit von Massnahmen zu überzeugen. Die Trägerschaft hat auf beeindruckende Weise verstanden, über die Ursprungsgemeinde hinaus praktisch alle Gemeinden der Region Bern zur Unterstützung zu bewegen. Heute entwickelt sich das Pilotprojekt zunehmend zu einem Vorbild für ähnliche Unterfangen in der weiteren Region und über die Kantonsgrenzen hinaus.»
M. Galizia, Leiter der Fachstelle für Rassismusbekämpfung

Rückblick

Die Ausweitung des gggfon auf 25 Gemeinden der Region Bern ist anfangs Februar 2002 erfolgreich lanciert worden. Der Start ist geglückt, das gggfon ist auf breite Resonanz gestossen. In den ersten Monaten fanden viele Kontakte mit BürgerInnen, Eltern, Jugendlichen, Fachpersonen aus dem Schul- und Jugendbereich sowie mit Gemeindebehörden statt. Das Projekt erhielt viel positives Echo. Die Vorfälle der letzten Zeit haben uns darin bestärkt, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und gemeinsam mit den Gemeinden der Region Bern ein Zeichen gegen Gewalt und Rassismus zu setzen.

Eingegangene Meldungen

Die eingegangenen Meldungen lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen:

Seit dem Projektstart im Februar wurde das gggfon rund 200mal kontaktiert. Es sind 36 Meldungen und 33 Anfragen eingegangen. Achtmal wurde das Projekt vor Ort interessierten Gemeinden oder Institutionen vorgestellt. Die Meldungen per Mail und per Telefon halten sich die Waage.

Es ist deutlich festzustellen, dass seit dem 8. März (Vorfall Bahnhof Köniz) und seit dem Antifaschistischen Abendspaziergang am 16. März die Übergriffe von Gruppen aus dem rechtsradikalen Umfeld auffallend zugenommen. Die Übergriffe können in zwei Kategorien geteilt werden:

Die Zunahme der Übergriffe zeigte sich beim gggfon in einer Zunahme der Meldungen. Viele Meldungen waren anonym, was zum Teil unsere Arbeit erschwerte. Trotzdem konnten wir auch mit diesen Meldungen arbeiten, da gewisse Tendenzen aufgezeigt werden konnten. Diese Situation gilt es ernst zu nehmen. Vor allem die hohe Gewaltbereitschaft ist erschreckend. Es ist sehr wichtig, diese Konflikte nicht nur als Bandenkrieg, sondern als gesamtgesellschaftliches Problem zu betrachten. Meldungen und Anfragen auf: 031 333 33 40 oder melde@gggfon.ch

Zusammenarbeit mit den Gemeinden

Bei der Bearbeitung der Anfragen und Meldungen legten wir grossen Wert auf die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gemeindebehörden, was sich als gute Vorgehensweise herausgestellt hat. Wir hatten auch Anfragen von Gemeinden ausserhalb des VRB-Gebiets, welche in ihrer Region ein ähnliches Projekt
aufbauen möchten.

Homepage

Die Homepage http://www.gggfon.ch findet reges Interesse, sie wurde rund 1000 mal kontaktiert. Die Anzahl Meldungen, welche über die Homepage zu uns gelangen sind bereits beachtlich. Wir sind bestrebt die Homepage zu optimieren und weiter auszubauen. Ein besonderes Highlight unserer Homepage ist ein Dokument mit Definitionen zu Begriffen rund um Rassismus. Das Dokument wurde in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Rassismus erarbeitet. Es befindet sich unter http://www.gggfon.ch/infopool/definitionen2.php zu Begriffen rund um Rassismus und Rechtsradikalismus

Ausblick

Werbung
Mitte April wurde nochmals eine Plakat-Aktion im öffentlichen Verkehr durchgeführt. Bern Mobil und die RBS offerierten wiederum gratis Aufhängeplätze in ihren Zügen, Trams und Bussen.

Evaluation
Die Hochschule für Soziales in Bern arbeitet zurzeit im Rahmen einer Diplomarbeit an einer Evaluation des gggfon. Wir finden die Zusammenarbeit mit den
Studierenden spannend und denken, dass eine solche Arbeit für das Projekt eine Bereicherung bringt.

Projekte
- Streetbasket at night «Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus». Letztes Jahr fanden einige Streetbasket nights statt. Das gggfon nimmt diese Idee auf und führt in Zusammenarbeit mit dem Gaskessel in der Grossen Halle der Reitschule Bern drei "Streetbasket at night" Veranstaltungen unter dem Motto «gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus» durch. Nebst vier Spielfeldern, welche zur freien Verfügung stehen, werden zwei DJ's auflegen. Die erste Streetbasket at night findet am Sa. 15. Juni von 18 bis 24 Uhr
statt.
- Filmpaket. Das Filmpaket beinhaltet Filme und Videos zum Thema Gewalt und Rassismus. Diese Idee ist auf breites Echo gestossen. Wir sind zurzeit daran die Filme zusammenzustellen und die entsprechenden Rechte auszuhandeln. Nach den Sommerferien wird das Paket für Bestellungen freigegeben. Wer aber schon vorher einen Film oder ein Video zeigen möchte, soll mit uns Kontakt aufnehmen.

Nähere Infos zu den Projekten auf unserer Homepage: http://www.gggfon.ch

gggfon-Tip

Das Lehrmittel «Achtung Verachtung» für den Werkstattunterricht auf der Oberstufe
Rahel Beyeler et.al.: Achtung Verachtung. Unterrichtsmaterialien zu Rassismus, Nationalismus, Rechtsextremismus und Reaktionen von Staat und Gesellschaft. Pestalozzianum Verlag, Berner Lehrmittel- und Medienverlag. 2001.
Das Lehrmittel umfasst fünf Broschüren mit folgenden Inhalten:

Zu guter Letzt

Die Bedeutung einer Beobachtung/Vermutung wird häufig unterschätzt. Denn mehrere Meldungen können Beobachtungen erhärten und Reaktionen ermöglichen. Darum: 031 333 33 40 oder melde@gggfon.ch

FÜR MENSCHENWÜRDE - GEGEN GEWALT UND RASSISMUS